Beat the Heat – Bewegung gegen Hitzestress

Heiße Sommertage stellen auch beim Sport eine besondere Herausforderung für den Körper dar. Mit steigenden Temperaturen wird es wichtiger, das eigene Bewegungsverhalten an die Bedingungen anzupassen. Denn Bewegung ist auch bei Hitze möglich – vorausgesetzt, Training, Intensität, Ausrüstung und Flüssigkeitszufuhr werden entsprechend angepasst.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Beat the Heat – Bewegung gegen Hitzestress“ informierte die KLAR! Naturpark Pöllauer Tal darüber, wie Bewegung auch bei sommerlichen Temperaturen gesund und sicher gestaltet werden kann. Dabei wurden unterschiedliche Bewegungsformen aufgegriffen: Gemeinsam mit einer Pilatesinstruktorin wurden sanfte Bewegungsabläufe und Atemtechniken vermittelt, während die Pöllauer Runners ihr Wissen rund um hitzeangepasstes Lauftraining einbrachten.

[Fotocredit: Pöllauer Runners]

Bewegung bei Hitze – worauf kommt es an?

Bei hohen Temperaturen muss der Körper zusätzlich zur körperlichen Belastung auch Wärme abgeben. Dadurch kann sich dieselbe sportliche Belastung bei Hitze deutlich anstrengender anfühlen. Wer auch an heißen Tagen trainieren möchte, sollte deshalb einige Grundregeln beachten:

1. Die richtige Tageszeit wählen

Training möglichst auf die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen und die Mittagshitze vermeiden.

2. Auf passende Ausrüstung achten

Lockere, leichte Kleidung, Sonnenschutz, Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung können helfen, die Belastung durch Hitze und direkte Sonneneinstrahlung zu reduzieren.

3. Eine geeignete Strecke auswählen

Schattige Lauf- und Bewegungsstrecken, beispielsweise durch den Wald, bieten an heißen Tagen angenehmere Bedingungen. Auch die Verfügbarkeit von Trinkmöglichkeiten sollte bei der Streckenwahl berücksichtigt werden.

4. Ausreichend trinken

Bei körperlicher Aktivität und hohen Temperaturen verliert der Körper vermehrt Flüssigkeit und auch Salze. Deshalb sollte bereits vor dem Training auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet und auch während und nach dem Sport ausreichend getrunken werden. Bei längeren oder intensiveren Belastungen können isotonische Getränke helfen, den Salzverlust auszugleichen.

5. Die Intensität reduzieren

Bei Hitze sollte die Trainingsintensität angepasst werden. Das Herz muss bei gleicher körperlicher Anstrengung mehr leisten und die Herzfrequenz kann dadurch höher liegen. Deshalb gilt: Tempo reduzieren, auf die eigenen Körpersignale achten und bei Beschwerden das Training abbrechen. Ein Handy sollte bei längeren Trainingseinheiten mitgeführt werden, damit im Notfall Hilfe verständigt werden kann.

Tipps direkt aus der Praxis

Wie diese Empfehlungen im Alltag umgesetzt werden können, wurde bei zwei Lauftreffs mit den Pöllauer Runners praktisch vermittelt. Die Läufer:innen erhielten dabei Tipps für ein sicheres und hitzeangepasstes Training. Die gewählten Strecken führten unter anderem durch die schattige Hinterbrühl und zeigten, wie durch die Auswahl geeigneter Trainingszeiten und Strecken die Belastung durch sommerliche Temperaturen reduziert werden kann.

Auch beim Pilates stand nicht die sportliche Leistung, sondern die Frage im Mittelpunkt, wie Bewegung bei Hitze angepasst werden kann. Bei drei Einheiten im schattigen Aupark wurden gemeinsam mit einer Pilatesinstruktorin Atemtechniken und sanfte Bewegungsabläufe vermittelt, die sich besonders für warme Tage eignen.

Klimawandel und Gesundheit

Hitzetage werden durch den Klimawandel häufiger und intensiver. Damit gewinnt auch die Frage an Bedeutung, wie wir unser alltägliches Verhalten an diese veränderten Bedingungen anpassen können. Gerade Bewegung und Sport bieten einen guten Ansatzpunkt für die Gesundheitsvorsorge, da körperliche Belastung bei hohen Temperaturen besondere Anforderungen an den Körper stellt.

Mit „Beat the Heat“ wurden deshalb nicht nur Bewegungstipps vermittelt, sondern konkrete Möglichkeiten aufgezeigt, wie Sport und körperliche Aktivität auch bei sommerlicher Hitze gesundheitsbewusst gestaltet werden können.

Ein besonderes Ziel war dabei die Ansprache von Menschen zwischen 20 und 40 Jahren – einer Altersgruppe, die mit klassischen Angeboten zur Klimawandelanpassung häufig schwer erreicht wird. Durch die Zusammenarbeit mit lokalen Bewegungsexpert:innen und dem regionalen Laufverein konnte das Thema Klimawandelanpassung direkt mit einem für diese Zielgruppe relevanten Alltagsthema verbunden werden.

Beat the Heat zeigt: Klimawandelanpassung beginnt auch bei kleinen Veränderungen im Alltag – etwa dabei, wann, wo und wie wir uns an heißen Tagen bewegen.

🎥 In den Videos gibt es die wichtigsten Tipps zum richtigen Lauftraining bei Hitze noch einmal zusammengefasst.


Das Projekt „Klimawandel-Anpassungsmodellregion Naturpark Pöllauer Tal“ wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programmes „Klimawandel-Anpassungsmodellregionen“ durchgeführt.