„Rette sich wer sät“ – Saatgutbörse und Vortrag im Schloss Pöllau

Am 4. Februar 2026 fand im Refektorium im Schloss Pöllau die Veranstaltung „Rette sich wer sät“ statt. In Kooperation mit dem Verein Natruama kamen rund 100 gartenbegeisterte Besucher:innen zusammen, um sich über Saatgut, Selbstversorgung und naturnahes Gärtnern auszutauschen. Herzstück der Veranstaltung war der Vortrag von Angelika Ertl, begleitet von einer Saatgutbörse und einem Samenmarkt.

Praxisnahes Wissen für den eigenen Garten
In ihrem Vortrag gab Angelika Ertl viele konkrete Tipps zur Selbstversorgung, zur richtigen Sortenwahl und zum optimalen Zeitpunkt der Aussaat. Ein zentraler Punkt war die Frage, wie Gärten so gestaltet werden können, dass sie möglichst lange frisches Gemüse liefern.
Dabei stellte sie verschiedene Beetformen vor – darunter Hochbeete, Rahmenbeete und das Gewächshaus – und erklärte deren jeweilige Vorteile. Besonders betont wurde, dass durch die Kombination unterschiedlicher Beete und Anbauformen eine ganzjährige Versorgung mit frischem Gemüse möglich ist.
Kompostieren leicht erklärt
Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags lag auf dem Kompostieren. Angelika Ertl zeigte auf, wie einfach es ist, wertvollen Kompost selbst herzustellen. Vorgestellt wurde das 30:70-Prinzip, bei dem der Kompost aus etwa 30 % stickstoffhaltigem Material und 70 % kohlenstoffhaltigem Material besteht. Stickstoffreich ist zum Beispiel Rasenschnitt, während Gehölzschnitt zu den kohlenstoffhaltigen Abfällen zählt. Zusätzlich wurde das Fermentieren als Methode vorgestellt, die nicht nur Nährstoffe erhält, sondern auch hilft, Schneckeneier fernzuhalten.
Wenig überraschend sorgte Angelika Ertls persönlicher „Albtraum“, der Schottergarten, für Schmunzeln – und unterstrich gleichzeitig die Bedeutung lebendiger, begrünter Gärten.
Auch konkrete Sortentipps kamen nicht zu kurz: So wurde etwa auf Tomatensorten hingewiesen, die bis in den späten Herbst hinein Ertrag bringen und sich besonders gut für die Selbstversorgung eignen.

Pöllauer Tal
Saatgut tauschen und kaufen
Neben dem Vortrag bot die Veranstaltung viel Raum für Austausch. Bei der Saatgutbörse konnten Besucher:innen an einem Tisch selbstgebrachtes Saatgut tauschen und miteinander ins Gespräch kommen.
Ergänzt wurde das Angebot durch den Samenmarkt von Maria Arnhold (Maria’s Hof). Hier konnten Samen samenfester Sorten erworben werden, darunter auch die bis zum Frost tragende Paradeiser-Sorte „Robert“.
Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie groß das Interesse an Humusaufbau, Sortenvielfalt und Selbstversorgung ist – und wie viel Wissen sich durch gemeinsames Lernen und Teilen weitergeben lässt.




Das Projekt „Klimawandel-Anpassungsmodellregion Naturpark Pöllauer Tal“ wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programmes „Klimawandel-Anpassungsmodellregionen“ durchgeführt.
