Wald im Wandel: Klimafitte Baumarten als Chance für die Zukunft

Ein Blick auf klimafitte Wälder und was das bedeutet

Ende Jänner fand im Naturpark Pöllauer Tal die jährliche Wald-Exkursion „Unser Wald mit Zukunft“ der KLAR! Naturpark Pöllauer Tal statt. Die Veranstaltung widmete sich den aktuellen Herausforderungen der klimafitten Forstwirtschaft. Im Mittelpunkt stand heuer die Frage, welche Baumarten in unserer Region langfristig zukunftsfähig sind und welche Pflegemaßnahmen notwendig sind, damit sich unsere Wälder an den Klimawandel anpassen können.
Besichtigt wurden zwei Waldflächen in Schönau bei Pöllau, an denen die Inhalte praxisnah erklärt und diskutiert wurden.

Fotocredit: KLAR! Naturpark Pöllauer Tal

Fachliche Einblicke aus der Praxis

Die Referenten vom Waldverband, der Landwirtschaftskammer Steiermark und dem Naturpark Pöllauer Tal gaben einen umfassenden Einblick in zentrale Themen rund um den klimafitten Wald.
Ein klimafitter Wald entsteht nicht von selbst – regelmäßige Waldpflege ist entscheidend. Dabei spielt das sogenannte Auszeigen eine wichtige Rolle: Es wird gezielt entschieden, welche Bäume entnommen werden, um anderen mehr Platz, Licht und Nährstoffe zu geben.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Baumartenzusammensetzung. Wälder mit einer hohen Vielfalt an Baumarten sind widerstandsfähiger gegenüber Klimastress, Schädlingen und Extremwetterereignissen. Monokulturen gelten hingegen als nicht klimafit. Auch unterschiedliche Baumhöhen und Altersstufen tragen zur Stabilität des Waldes bei.

Fotocredit: KLAR! Naturpark Pöllauer Tal

Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung von Jungbäumen und Keimlingen. Die Naturverjüngung – also das natürliche Nachwachsen des Waldes – ist eine wichtige Grundlage für einen gesunden Wald der Zukunft. Passend dazu brachte Dipl. Ing. Josef Krogger einen zentralen Gedanken auf den Punkt:

„Die Bäume, die in 100 Jahren in diesem Wald wachsen, sind schon hier.“

Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg

Ein klimafitter Mischwald, insbesondere mit einem höheren Anteil an Laubbäumen, ist nur durch gute Zusammenarbeit von Waldbesitzer:innen und Jäger:innen möglich. Um junge Bäume vor Verbiss zu schützen, ist eine Anpassung des Wildstandes notwendig. Nur so kann sich ein vielfältiger und stabiler Wald entwickeln.

Die Exkursion zeigte eindrucksvoll, dass ein Wald mit Zukunft Wissen, Pflege und Zusammenarbeit braucht – und dass die Entscheidungen von heute maßgeblich bestimmen, wie unsere Wälder morgen aussehen werden.


Das Projekt „Klimawandel-Anpassungsmodellregion Naturpark Pöllauer Tal“ wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programmes „Klimawandel-Anpassungsmodellregionen“ durchgeführt.