Wenn Rehe knabbern – Wildverbiss als Herausforderung für den Wald im Naturpark Pöllauer Tal

Mit einer Kontrollfläche ist der Naturpark Pöllauer Tal Teil des bundesweiten Wildeinflussmonitorings (WEM) des Bundesforschungszentrums für Wald (BfW). Innerhalb des Naturparks befindet sich eine ausgewiesene Erhebungsfläche, deren Ergebnisse in die regelmäßige Bewertung des Wildeinflusses im Erhebungsbezirk Hartberg einfließen.

Der Bericht des BFW dokumentiert die Ergebnisse der siebten Erhebungsperiode (2022–2024) der Wildeinflussmonitoring (WEM)-Flächen im Bezirk Hartberg.

Erfasst wurden 45 Erhebungsflächen, auf denen die Baumverjüngung, der Wildeinfluss (Verbiss durch Schalenwild) und die Entwicklung verschiedener Baumarten analysiert wurden.

Die Fichte bleibt die dominierende Baumart in der Verjüngung, während Tanne und Buche ebenfalls stabile Anteile zeigen. Eiche, Ahorn und andere Laubhölzer sind stark vom Verbiss betroffen und zeigen geringe Höhenentwicklung.

Im Vergleich zur letzten Periode (2019–2021) hat sich der Wildeinfluss auf rund 13 % der Flächen verschlechtert, besonders bei den Laubbaumarten.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Wildeinfluss die natürliche Waldverjüngung stark beeinflusst und eine Reduktion des Verbisses notwendig ist, um stabile und klimafitte Mischwälder aufzubauen.

Fotocredit: KLAR! Naturpark Pöllauer Tal

Die drei Kernaussagen des Monitorings:

  1. Zunehmender Wildeinfluss: Die Wildeinfluss-Bewertungsziffer hat sich gegenüber der Vorperiode verschlechtert; auf 13 % der Flächen wurde eine höhere Verbissbelastung festgestellt.
  2. Ungleiches Wachstum zwischen Baumarten: Fichte, Tanne und Buche können trotz Verbiss in höhere Höhenklassen einwachsen, während Eiche und Ahorn stark verbissen werden und in ihrer Entwicklung deutlich zurückbleiben.
  3. Handlungsbedarf für klimafitte Mischwälder: Um die Anpassungsfähigkeit der Wälder an den Klimawandel zu sichern, muss der Wildeinfluss reduziert werden – nur so können artenreiche, zukunftsfähige und ertragreiche Mischwälder entstehen.

Mehr Informationen unter: https://bfw.ac.at/rz/bfwcms2.web?dok=9802

Quelle: BFW (2025). Praxisinformation NR. 57/2025, Bundesweites Wildeinflussmonitoring (WEM), Ergebnisse Periode 7 (2022-2024), ISSN: 1815-3895


Das Projekt „Klimawandel-Anpassungsmodellregion Naturpark Pöllauer Tal“ wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programmes „Klimawandel-Anpassungsmodellregionen“ durchgeführt.