Neobiota in der KLAR! Naturpark Pöllauer Tal

Neobiota und invasive Arten stellen auch im Naturpark Pöllauer Tal eine zunehmende Herausforderung für die heimische Artenvielfalt und unsere wertvollen Lebensräume dar. Im Rahmen der KLAR! Naturpark Pöllauer Tal werden daher Informations- und Bewusstseinsmaßnahmen, Workshops, Exkursionen sowie gemeinsame Pflegeeinsätze umgesetzt, um Wissen zu vermitteln und die Bevölkerung aktiv einzubinden. Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Informationen zum Thema Neobiota, weiterführende Informationsquellen sowie eine Übersicht über bereits durchgeführte und bevorstehende Veranstaltungen und Projekte in unserer Region.


Webinars

Webinar-Reihe: Neobiota – Herkunft, Auswirkungen und Management

Gebietsfremde Arten verändern unsere Landschaften, Gärten und Ökosysteme – schneller und weitreichender als viele vermuten. Was sind Neobiota, wie kommen sie zu uns und was bedeutet das für Natur, Wirtschaft und Gesellschaft?

Diese Webinar-Reihe gibt fundierte Antworten: von den Grundlagen bis zur praktischen Bekämpfung. Alle Aufzeichnungen sind jederzeit kostenlos auf YouTube abrufbar.

Teil 1

Teil 2

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[Fotocredit: KLAR! Naturpark Pöllauer Tal]

Pflegeeinsätze

Pflegeeinsatz Enzianwiese Masenberg

Gemeinsam mit dem Naturpark Pöllauer Tal, der Berg- und Naturwacht sowie der KLAR! Naturpark Pöllauer Tal fand am 13. Juni 2026 ein Neophyten-Pflegeeinsatz auf der Enzianwiese statt. Mit Spaten, Handschuhen und großem Einsatz unterstützten zahlreiche Freiwillige die Bekämpfung der Lupine – einer invasiven Pflanzenart, die heimische Arten verdrängt und die Artenvielfalt gefährden kann.

Dank der tatkräftigen Unterstützung konnte ein wichtiger Beitrag zum Erhalt dieses wertvollen Lebensraums für seltene Pflanzen und Tiere geleistet werden. Die KLAR! Naturpark Pöllauer Tal stellte als Dankeschön eine Jause für alle Helferinnen und Helfer zur Verfügung. Der Naturpark Pöllauer Tal und die Berg- und Naturwacht bedanken sich herzlich bei allen Beteiligten für ihr Engagement zum Schutz unserer Natur.

[Fotocredit: KLAR! Naturpark Pöllauer Tal]

Neophyten-Workshop und Pflegeeinsatz Safen-Hinterbrühl

Auf Einladung des Projekts Biotopverbund der Regionalentwicklung Oststeiermark fand am Mittwoch, dem 1. Juli 2026, an der Pöllauer Safen ein Workshop zum Thema Neophyten statt. Als Experte war Heli Kammerer vom Grünen Handwerk vor Ort und vermittelte praxisnahe Tipps zur Erkennung und Bekämpfung invasiver Pflanzenarten.

Ein Schwerpunkt lag auf verschiedenen Staudenknöterich-Arten. Dabei wurde deutlich, dass bereits kleinste Wurzelstücke ausreichen, damit sich neue Pflanzen bilden. Treten kleine Bestände auf, sollten daher umgehend Maßnahmen gesetzt und die Pflanzen samt Wurzeln ausgegraben werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Größere, flächige Bestände sind hingegen nur mehr sehr schwer einzudämmen. Zurückdrängen lässt sich der Staudenknöterich unter anderem durch Beweidung mit Ziegen und Schafen – wobei Schafe die Pflanzen besonders gerne fressen – sowie durch mehrmalige Mahd pro Jahr, die die Pflanzen schwächt und ihre Ausbreitung reduziert.

Auch zur Bekämpfung des Drüsigen Springkrauts gab es wertvolle Hinweise. Die Pflanzen sollten vor der Blüte ausgerissen werden. Alternativ ist eine sehr tiefe Mahd erforderlich, und zwar unterhalb des untersten Knotens, da die Pflanzen andernfalls erneut austreiben können.

Besonders wichtig ist zudem die fachgerechte Entsorgung der ausgerissenen oder abgemähten Pflanzen. Nur so kann verhindert werden, dass sich die invasiven Arten über Pflanzenreste weiter verbreiten.

Im Rahmen des Workshops holte KLAR!-Managerin Julia außerdem Biotopverbund-Managerin Valerie Kleinschmid und Experten Heli Kammerer vor die Kamera und sprach mit ihnen darüber welchen Einfluss invasive Neophyten auf ihren Alltag haben und welche Maßnahmen jede und jeder Einzelne ergreifen kann, um ihre Ausbreitung einzudämmen.

Presseartikel zur Veranstaltung:

https://www.meinbezirk.at/hartberg-fuerstenfeld/c-lokales/gemeinsamer-kampf-gegen-invasive-pflanzen-an-der-poellauer-safen_a8781336?utm_term=Autofeed&utm_medium=Social&utm_source=Facebook&fbclid=IwY2xjawS7JYpleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeMCbbTGa0kwfACh15gaWE_uMMYnBSh3h5oQMa26eV3ZS2c0d1QfXjsq6Tn1Q_aem_5jvLFOjvcZFsYg5NE3eUag#Echobox=1783409704

https://www.kleinezeitung.at/veranstaltungen/event/neophyten-managementtag-an-der-poellauer-safen

[Videocredit: KLAR! Naturpark Pöllauer Tal]

Nachbericht – Webinar zur Vorstellung der KLAR! Tandemmaßnahme „Neophyten“

Im Rahmen eines Webinars wurde die KLAR! Tandemmaßnahme zum Thema Neophyten interessierten Vertreter:innen anderer KLAR! Regionen vorgestellt. Ziel der Veranstaltung war es, die im Tandem entwickelten Maßnahmen und Ergebnisse zu präsentieren sowie den Erfahrungsaustausch zwischen den Regionen zu fördern.

Zu Beginn wurden die in den Tandemregionen umgesetzten Maßnahmen vorgestellt. Präsentiert wurden die im Rahmen der Zusammenarbeit entstandenen Outputs, darunter eine Informations- und Linksammlung mit hilfreichen Ressourcen für andere KLAR! Regionen, ein Citizen-Science-Monitoring über iNaturalist sowie verschiedene Workshops und Webinare zum Thema invasive Neophyten.

Im Anschluss wurden die Erfahrungen aus den beteiligten Regionen – KLAR! Naturpark Pöllauer Tal, KLAR! Zukunftsregion Ennstal und KLAR! Stiefingtal – diskutiert. Im Mittelpunkt standen Fragen dazu, welche Maßnahmen sich in der Praxis bewährt haben, welche Aktivitäten im Rahmen einer KLAR! Maßnahme umgesetzt und finanziert werden können sowie welche Managementmaßnahmen aufgrund hoher Kosten oder fehlender Fördermöglichkeiten nur eingeschränkt realisierbar sind.

Als zentrales Fazit wurde festgehalten, dass nicht alle Managementmethoden in jeder Region gleichermaßen anwendbar sind. Insbesondere die hohen Kosten für die Entfernung invasiver Neophyten stellen viele Regionen vor Herausforderungen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass der Erfolg von Maßnahmen wesentlich vom Engagement motivierter und interessierter Menschen vor Ort sowie von klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen abhängt.

Abschließend wurde betont, dass auch jede einzelne Person einen Beitrag zur Eindämmung invasiver Neophyten leisten kann. Durch den bewussten Verzicht auf das Pflanzen invasiver Arten im eigenen Garten lässt sich ihre weitere Ausbreitung wirksam reduzieren.

Screenshot des Webinars